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Rüdiger Oppermann

Rüdiger Oppermann lebt seit über dreißig Jahren globale Utopie: Als führender Harfenist Europas und Begründer der Klangwelten-Festivals brachte er bereits Musiker aus 42 Ländern, von Laos bis Uganda, von der Türkei bis in die USA auf Konzertbühnen und im Studio zusammen. „We are the global players", annektiert er selbstbewusst ein Attribut der Finanzwelt. Und in der Tat: Der Preisträger der Deutschen Schallplattenkritik, diverser internationaler Harfenwettbewerbe, und des German World Music Award hat nicht aus der Perspektive des Stärkeren, sondern aus der eines gleichberechtigten Miteinanders seinen neuen visionären Soundtrack vom und für den ganzen Planeten geschaffen - mit grandiosen Kollegen aus der Türkei, Ungarn, Laos, Uganda, den USA, Kamerun,... und nicht zu vergessen aus seiner eigenen Familie.

„Ich bin auf einem langen schmalen Pfad, ich gehe Tag und Nacht, 49 Jahr' auf diesem Weg, durch Täler, Berge und Wüsten", so die Worte des türkischen Derwischdichters Ashik Veysel. Man sagt, ein Menschenleben gliedere sich in Zyklen von sieben Jahren. Nach dem Durchschreiten eines solchen Abschnitts wächst der Wunsch zu bündeln und in eine Lebensphase mit neuen Erfahrungen, Entdeckungen einzutreten. Sieben Jahre liegt es zurück, dass Rüdiger Oppermann seine letzte Solo-CD „Same Same But Different" veröffentlicht hat. In diesen turbulenten Jahren hat er den langen, gewundenen Pfad seiner Klangexpeditionen um etliche spannende Schleifen bereichert, sich aus verschiedensten Kulturen befruchten lassen. Stets auf der Wanderschaft, ganz wie der Sufi Veysel auf seinem sieben Mal sieben Jahre langen, spirituellen Weg.

Die Klangschätze Oppermanns und seiner Global Players sind reich: Er wickelt Blues-, Rock-, Klassik-, Folklore- und Harfensequenzen auf eine Spindel in Gestalt einer türkischen Roma-Melodie. Er spielt den „Galata Blues" mit temberaubender Potenz der E-Harfe, koppelt bretonische Bombarde, chinesische Wölbbrettzither Gu Zheng und Wüstenbass Guembri zusammen. Er tanzt in Tongirlanden mit seiner Harfe durch einen kristallinen Wald, lässt laotische Oboen über kreisenden Wassergläsern näseln, versenkt sich mit der Gruppe Zengö in das Universum ungarischer Melancholie. Und schafft es, auf impressionistische Intimität à la Debussy einen satten Samba-Groove folgen zu lassen.

Man kann eigentlich nur mit offenem Mund staunen über das, was sich da in den letzten sieben Jahren angesammelt hat. Doch im Grunde tut Oppermann hier nichts anderes, als es der von ihm auch vertonte blinde Derwischs Ashik Veysel formuliert hat: „Mal weint er, mal lacht er, unterwegs, um das Ziel zu erreichen, er geht Tag und Nacht." Dieser Weg ist zweifelsohne eines der größten Hörabenteuer, die ein mitteleuropäischer Künstler in Angriff genommen hat – nicht nur in den letzten sieben Jahren. Ein Global Player mit Herz, Hand und Verstand.