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Robert Landfermann Quintett

Die Sinne zu öffnen für ein intensives und feinfühliges Miteinander: Das könnte auch als Maxime über diesem Quintett mit den beiden Saxophonisten Christian Weidner (Altsaxophon) und Sebastian Gille (Tenorsaxophon), dem Pianisten Elias Stemeseder und dem Drummer Jim Black stehen. Diese Musiker kennt Landfermann seit Jahren aus jeweils unterschiedlichen Kontexten – und dabei kristallisierte sich für ihn heraus: „Diese Besetzung MUSS es sein." Den Amerikaner Jim Black, mit Jahrgang 1967 der älteste Musiker hier im Bunde, mit dem er nach Treffen auf verschiedenen Festivals gelegentlich zusammenspielte, bis beide sich jeweils gegenseitig für Bands engagierten, schätzt er nicht nur für seine vielseitigen instrumentaltechnischen Qualitäten – sondern auch für die Musizierlust, die er ausstrahlt. Bei den beiden Saxophonisten hebt er den jeweils besonders individuellen Sound hervor: „Mir reicht ein Ton, und ich bin schon mitten in der Musik", sagt er über sie. „Sie gehören ganz klar weltweit zu meinen Lieblingsmusikern an ihren Instrumenten, und ich wollte beide zusammenbringen, denn sie hatten vor dieser Band noch nicht das Vergnügen." An dem 1990 in Salzburg geborenen Pianisten Elias Stemeseder, dem Jüngsten in diesem Quintett, gefällt Landfermann, dass er „die Möglichkeiten des Instruments sehr ungewöhnlich einsetzt – und doch ist seine Intention immer glasklar". Für alle gilt: „Sie besitzen eine ganz starke Empathie". Diese, also die Fähigkeit, sich in die (Klang-)Welt anderer einzufühlen, findet Landfermann am wichtigsten. Denn Landfermann will seine Bandmitglieder als gleichwertige Partner in musikalische Prozesse einbeziehen – will sie nicht zu Begleitmusikern degradieren. „Nur zwischen gleichberechtigten Partnern kann sich ein wirklich interessantes Gespräch entwickeln", sagt er. Zugleich war ihm hier aber auch wichtig, dass kein Musiker sich in den Vordergrund spielt: „Die Musik steht ganz oben, und alle arbeiten daran." 

Und in der wiederum hält Landfermann drei Elemente für essentiell: Melodie, Improvisation und Emotion. Emotion heißt für ihn: Die Spieler sollen sich fallen lassen, um einen „Flow" zu erreichen, der dann auch bei den Zuhörern Emotionen weckt. Improvisation spielt bei Landfermann eine besonders ausgeprägte Rolle: Er versuche Stücke zu schreiben, die auf die Improvisationsanlagen der beteiligten Musiker zugeschnitten sind, sagt er, und er wünscht sich denn auch von seiner Band, bei jeder neuen Interpretation eines Stücks auch wirklich neue Entwicklungen auszuprobieren, um einzigartige Momente zu schaffen. Improvisation ist hier also ganz explizit Grundsubstanz der Stücke – im Jazz eigentlich selbstverständlich, könnte man meinen, aber es gibt auch andere Herangehensweisen. Und schließlich Melodie: Sie ist ihm wichtig, sie trägt, und nicht umsonst hat Landfermann im Falle der beiden Saxophonisten Musiker ausgewählt, die eine besondere Fähigkeit darin haben, „Melodien singen und sprechen zu lassen, ihnen einen Sinn zu geben".