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Midnight Mood

Release

Midnight Mood

Label: 
MPS Records
Vertrieb: 
Edel
Kat.Nr: 
0212420MSW
Promotion: 

Print, Online, Radio

VÖ: 
10.11.2017
- Midnight Mood

Als er im Oktober 2015 mit 83 Jahren starb, hielt sich das hiesige Feuilleton mit Nachrufen vornehm zurück. Dass die vielen Fans und Kenner, in deren Ohren Mark Murphy als unterschätzt galt, richtig liegen, dafür bürgt seine über sechs Jahrzehnte umfassende künstlerische Laufbahn: Während ihr hat der Sänger stilistisch vom Blues über den Bebop bis zum Modern Jazz erfindungsreich Vokalräume ausgestaltet. Sein Gastspiel bei MPS von 1967 fällt mitten in sein „europäisches Jahrzehnt" und ist zudem eines der schönsten, verblüffendsten Dokumente seiner Qualitäten. „Midnight Mood" ist geprägt von der ausgefeilten Zwiesprache von Stimme und acht Musikern aus der Kenny Clarke-Francy Boland-Big Band, doch es startet a cappella: Ohne Netz und doppeltem Boden begrüßt uns Murphy mit „Jump For Joy" aus der Feder von Duke Ellington, gibt auch gleich eine Kostprobe seines unorthodoxen Scats. Eine wunderbar swingend-bluesige, verschmitzte Miniatur bringt uns das Ensemble mit „I Don't Want Nothin' " zu Gehör, während sich Murphys Stimme in "Why And How" in eine merklich dunklere Tönung begibt, umgeben von pointierten, kurzen Soloeinlagen der Band. Ein Meisterwerk in Phrasierung über synkopischem Piano offenbart sich in „Alone Together", „You Fascinate Me So" kehrt Murphys romantischen Überschwang hervor. Voll überwältigender, weit ausgesungener Inbrunst à la Sinatra entfaltet sich „Hopeless", lässiges hispanisches Flair kredenzt „Sconsolato". Die Atmosphäre einer tiefen Nacht beschwört Murphy in Zwiesprache mit den Tasten und mit fein nuancierter, fast zärtlicher Stimmgebung in „My Ship" und „I Get Along..." herauf, während „Just Give Me Time" nochmals mit dunkler Sinnlichkeit zwischen Swing und Bossa auftrumpft. 

Pressebilder: